SUV von Keckler&Hoch verbieten?

Nach der schrecklichen Amokfahrt in Trier mit 5 toten Menschen werden wieder mal (!) die Rufe lauter, dass fette Autos und insbesondere SUVs verboten werden müssten, um solchen Horror zu verhindern. 

VÖLLIGER UNSINN.

Offensichtliche Antwort: man kann auch mit einem ollen Kadett oder Käfer die Leute totfahren. Und nicht das Auto hat die Menschen auf dem Gewissen, sondern der Fahrer. Ein PS starker Monstertruck bietet sich natürlich an. Genauso, wie man mit einer AK-47 (landläufig als Kalaschnikow bekannt) größeren Schaden anrichten kann, als mit einer Schrotflinte. Ich möchte von keiner der beiden gestreift werden. Also ist es doch das Auto? 

Genau, es liegt am Auto und hier muss auch angesetzt werden, um mittelfristig und dafür nachhaltig solche Amokfahrten zu verhindern. Nochmal: Ein Verbot bestimmter Fahrzeuge bringt nichts. Stellt Euch einmal vor, der Gesetzgeber würde so etwas andenken. Jahrelange ergebnislose Diskussionen im Bundestag, als hätte man nichts besseres zu tun. Verbot geht nicht. AAAAAABER: Der Gesetzgeber kann bestimme Ausstattungsmerkmale bei Neufahrzeugen festlegen, wie schon in den vergangenen Jahrzehnten: Sicherheitsgurte, Katalysatoren, CO2 Ausstoß, etc. Und das geht weltweit. Überall leuchten die Lampen vorne weiß und hinten rot. Was müssen Neuwagen zwangsläufig können? Und da darf es keine Diskussion geben, denn die nötige Technik ist verfügbar und viele Autohersteller geben bereits damit an, dass sie es können. 

Erkennung von Fussgängern und Passanten ist eine der wesentlichen Grundfunktionen  von autonom fahrenden Autos. Bevor man also diskutiert, ab wann und unter welchen Voraussetzungen autonome Fahrzeuge zugelassen werden (Haftungsregeln, wenn die Software entscheiden muss, wen das Auto in konstruierten Grenzfällen überfährt), dürften Neufahrzeuge nur noch zugelassen werden, wenn sie über eine Personenerkennung verfügen und bei drohender Kollision einfach anhalten. PUNKT. Nicht abschaltbar (!), genau wie der Kat oder die Benzinpumpe. Damit sind solche Amokfahrten nicht mehr möglich und viele, sehr sehr viele Unfälle mit Fussgängern und Radfahrern  finden nicht mehr statt. 

JAAA, AAAABER, sagen die, die immer rumnörgeln, ohne Lösungen zu präsentieren: 

  • Was ist denn mit den vielen Altfahrzeugen, die das nicht haben? 
    • Antwort: die werden täglich weniger. Die Amokfahrt auf dem Berliner Breitscheidplatz ist genau 4 Jahre her. Die zwingende Personenerkennung in allen Neufahrzeugen hätte „Trier“ auf jeden Fall verhindert und die meisten Amokfahrten seit damals, denn die Autos waren neu und schwer. Seit Dezember 2016 gab es weltweit 17 Amokfahrten mit 70 toten und über 500 verletzten Menschen. Wir hätten in Deutschland 40% weniger Auto, mit denen man Menschen anfahren kann, in weiteren 6 Jahren nur noch Restbestände. Damit wäre das Thema durch. 
  • AAAABER, da war mal ein Tesla, der eine Frau mit Kinderwagen nicht erkannt und totgefahren hat. Also bringt die Technik nichts. 
    • Antwort: Leider ist keine Technik unfehlbar und man kann Leben nicht gegeneinander aufrechnen. Trotzdem überwiegt der Nutzen TAUSENDFACH.
  • Das ist doch viel zu teuer.
    • Was ist ein Menschenleben wert? Davon abgesehen, das meiste ist Software, die kostet einmal und die Kosten verteilen sich auf Millionen Fahrzeuge.
  • Ja und wenn das Auto plötzlich bremst, weil einer über die Straße läuft und hinten fährt einer drauf?
    • Wie blöd ist das den?
  • Das dauert doch alles viel zu lange, bis das durch ist.
    • Dann wird es höchste Zeit, anzufangen, wir haben schon vier Jahre verloren.

Hier ist ein Zitat von der ADAC Website: 

Automatische Notbremssysteme (AEBS)

Ein System, das einen möglichen Zusammenstoß selbständig erkennt und das Abbremsen des Fahrzeugs veranlassen kann, um einen Zusammenstoß zu verhindern oder abzumildern.
ADAC Einschätzung zur verpflichtenden Einführung: Die Ausrüstung von Fahrzeugen mit Notbremssystemen hält der ADAC für unerlässlich. Nur so können in Europa Verkehrsunfälle und somit auch die Unfallfolgen weiterhin effektiv reduziert werden. Eine schrittweise verpflichtende Einführung von Notbremssystemen (mit steigenden Anforderungen bis hin zur Erkennung von Fußgängern und Radfahrern) zur Erhöhung der aktiven Sicherheit von Fahrzeugen und zur weiteren Reduzierung der Verkehrstoten ist aus Sicht des ADAC zu begrüßen.
Hier finden Sie einen Vergleich aktueller Notbremssysteme.

Es gibt alles, es muss „NUR“ zwingend vorgeschrieben werden:. Der ADAC hat zwar andere Prioritäten: Erst das Auto, dann der Fußgänger, aber da müssen die politischen Entscheider die richtigen Prioritäten setzen. SCHNELL!

Klickt mal den LINK, dann wird klar: Alle Hersteller können das.

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/tests/assistenzsysteme/notbremsassistenten-vergleich/

Mit einer solchen Initiative könnte sich der Bundesverkehrsminister mal mit etwas Sinnvollem profilieren. Aber OJE, da hat er viel zuviel Angst vor der Autolobby. Es könnten ja die reichhaltigen Nebeneinkünfte wegbrechen, wenn er die zu etwas zwingt. Also warten wir ab, tun nichts und bei der nächsten Amokfahrt sind wieder alle betroffen. Die Angehörigen der Opfer bleiben weiter mit Ihrem Leid alleine und keiner tut etwas. 

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