Meinung – Presse – Freiheit

Wer Twitter bisher nicht kannte weil sie (m/w/d, das gilt für den gesamten Artikel, auch bei “er”) nur richtige, also gedruckte Medien liest, kennt es jetzt. Alle, aber auch wirklich ALLE schreiben sich die Finger wund, weil Twitter den Trump gesperrt hat. Meine Finger sind noch gesund, also:

Es wurde allerhöchste Zeit, dass diesem kriminellen Hetzer eines seiner Werkzeuge weggenommen wurde. Twitter und auch Fratzenbook hätten ihn viel früher, nämlich vor mindestens vier Jahren sperren müssen, aber es ist nie zu spät. Jetzt bricht die große Diskussion los, ob damit die Meinungsfreiheit oder die Pressefreiheit eingeschränkt würde. 

Mit Pressefreiheit oder nicht hat dieser Vorfall schon mal gar nichts zu tun, denn Pressefreiheit bedeutet, dass der Staat die Medien (Zeitung, Funk und Fernsehen und eben auch die so genannten Sozialen Medien) nicht zensieren darf. Nicht mehr und nicht weniger. Die Medien entscheiden selbst, was die schreiben (ich meine hier, was sie veröffentlichen). Ob die Texte von freien oder festen Mitarbeitern oder von völlig unabhängigen Zulieferern erstellt werden, spielt keine Rolle. Die Verantwortung liegt immer bei dem Medium. Und ein verantwortlicher Redakteur oder die Redaktion oder auch der Herausgeber oder Eigentümer entscheidet, was “gedruckt” wird. Die dürfen natürlich die Rechte Dritter nicht verletzten, nicht beleidigen oder zu Straftaten aufrufen. Der Graubereich ist groß, damit beschäftigen sich dann die Gerichte. 

Die Medien dürfen allerdings auch den größten Unsinn schreiben (Macht die BLÖD Zeitung schon immer), sie dürfen lügen und Falschbehauptungen aufstellen und durch fragwürdige Logik begründen (macht die BLÖD-Schwester WELT schon immer). Und sie entscheiden auch z.B. welche Leserbriefe sie veröffentlichen. Wenn ich einen Leserbrief an eine der o.a. Zeitungen oder den STERN oder SPIEGEL oder mein regionales Blatt schicke und der Brief wird nicht veröffentlicht, ist das okay. Ich muss das hinnehmen und die müssen das nicht mal begründen. Sie können auch grundsätzlich entscheiden, dass sie z.B. Beiträge von rechtsradikalen Arschlöchern oder populistischen Hetzern nicht drucken. Ist okay. Das liegt völlig in der Verantwortung des jeweiligen Mediums.

Und jetzt kommt die Meinungsfreiheit. Diese ist in keiner Weise beeinträchtigt, wenn krude Texte von, sagen wir mal Frau Weidel nicht gedruckt werden. Es gibt genügend schräge Postillen, wo sie sich auskotzen kann. Jeder darf seine Meinung haben und verbreiten (außer Beleidigung etc. s.o.). Sie muss nur jemanden finden, der seine Zeitung dafür hergibt.

Was sind nun Twitter oder auch Fratzenbook im Vergleich zu den oben genannten Medien? Ganz einfach, es sind eine Art Onlinezeitung ohne eigene Beiträge. Es werden ausschließlich Leserbriefe veröffentlicht. Kostenlos, wie sich das gehört. Bei Twitter ist die Länge auf den Durchschnitt eines Blödzeitungsartikels limitiert, weil sich die Schreiber und auch die Leser nicht länger auf eine Sache konzentrieren können. Als diese asozialen Medien anfingen, wurde alles von jedem veröffentlicht. Eine unglaubliche Menge von nutzlosen Dreizeilern flutete das Internet. Die Leserbriefe können von beliebig vielen Leuten abonniert werden, da niemand alles lesen kann und will. Soweit so gut. Es gelten die gleichen Regeln, wie oben bei den Zeitungen beschrieben.  Leider wurde recht spät mit Versuchen angefangen, auf die Einhaltung der Regeln zu achten. 

Und jetzt zu Trump. Jedes Medium entscheidet frei, was es „druckt“. Punkt. Und von wem es was druckt. Punkt. Es gibt keine Verpflichtung, jeden Leserbrief zu drucken. Der Betreiber dieses Blogs hier löscht oder veröffentlicht Kommentare wie er lustig ist.  Und wer der Meinung ist, dass seine Meinung unbedingt veröffentlich werden muss, wird ein Medium finden. Wenn alle Stricke reißen, muss er einen eigenen Blog starten oder Flugblätter drucken. Das wird durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

Also, kommentiert fleißig, ich suche dann aus, was mir passt ^^ 

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