Herr Richter, ich muss mal

Die Polizei verlangt zu recht, dass die Behandlung von Bagatelldelikten entbürokratisiert und vereinfacht wird, damit man sich auf die wichtigen Aufgaben konzentrieren kann. Schon am nächsten Tag geht es durch Funk und Presse, dass ein Gericht zu entscheiden hat, ob Mann das kleine und oft streuende Geschäft stehend oder sitzend zu verrichten hat. Unsere Gerichte sind chronisch überlastetet, weil die Leute über jeden Scheiß klagen und jetzt muss ein Richter über das Pinkeln urteilen. Der gesunde Menschenverstand schüttelt sich hier, weil erwachsene Bürger nicht vernünftig miteinander reden, sondern unter allem Umständen auf Grundsätzen herumreiten. Vielleicht hätte hier eine Art mittelalterliches Verfahren, zum Beispiel eine öffentliche Streuungsermittlung des Stehpinklers zur Aufklärung beitragen können 😉

Pinkelnkunst

In und Out

Wenn man sich dann z.B. in der FAZ die Kommentare  zu dem Gerichtsurteil durchliest, wird klar, dass die Körperhaltung beim Urinieren offensichtlich tiefe Gräben in der Bevölkerung zu überwinden hat. Viele Kommentatoren argumentieren tatsächlich urdeutsch und in völliger Verbissenheit für die ein oder die andere Haltung. Wenn es da nicht mal Zeit wird eine Bürgerbewegung zu gründen: Pinkelt Endlich Gemeinsam Im Duett, Angeber. Der Richter muss zwar seinen Job tun, aber er hat seinen Unmut über diese aufgezwungene und überflüssige juristische Auseinandersetzung in eine doch recht zugespitzte Begründung geschrieben:

„Trotz der in diesem Zusammenhang zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet. Jemand, der diesen früher herrschenden Brauch noch ausübt, muss zwar regelmäßig mit bisweilen erheblichen Auseinandersetzungen mit – insbesondere weiblichen – Mitbewohnern, nicht aber mit einer Verätzung des im Badezimmer oder Gäste-WC verlegten Marmorbodens rechnen.“

Diese Klagewut uneinsichtiger und offensichtlich im Kopf noch pubertärer Bürger hat sicherlich auch seine Ursache in weitverbreiteten und auch offensiv beworbenen Rechtsschutzversicherungen. Diese müssten es ablehnen für solchen Unsinn zu bezahlen. Dann könnten sich die Gerichte wieder auf wichtige Aufgaben konzentrieren.

Ich bin so wenig domestiziert, dass ich am liebsten in der Natur und dann stehend strahle.  🙂

Euer Achim

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